Am Anfang ist es schon ein wenig merkwürdig, die einzige Frau in der Berufsschulklasse und im Azubi-Jahrgang zu sein, aber ich wurde sofort von allen voll akzeptiert.
Mein Vater hat eine Firma, die Aufzüge und Treppenlifte baut, und ich habe ihm gerne in der Werkstatt geholfen und bin hin und wieder auch mit auf Montage gefahren. Meine Ausbildung wollte ich aber auf keinen Fall als Tochter des Chefs bei meinem Vater machen, weshalb ich ein wenig im Internet recherchiert und so die Anlagenmechanikerin bei der AggerEnergie entdeckt habe. Bekannte haben mir das Unternehmen ebenfalls empfohlen, und ich fand auch die Stellenbeschreibung sehr spannend, weshalb ich mich sofort beworben habe.
Zuerst habe ich einen externen Kurs in den Grundlagen der Metallbearbeitung gemacht und Verfahren wie Bohren, Sägen und Feilen gelernt. Auch einen Elektrogrundkurs habe ich absolviert. Der ist für meinen Beruf zwar nicht vorgeschrieben, aber die AggerEnergie hat ihn angeboten, und ich habe mich über das zusätzliche Wissen gefreut.
Zurück in der Firma wurde ich in der Abteilung Bau und Betrieb eingesetzt. Dort sind wir für den Bau, die Instandhaltung und die Reparatur von Gas- und Wasserleitungen beziehungsweise -rohren zuständig. Morgens besprechen wir die Tagesplanung und fahren dann zu den Baustellen oder Wartungsbereichen. Unsere mobile Werkstatt haben wir im Fahrzeug immer dabei, packen aber natürlich alle Materialien und Ersatzteile dazu, die wir für den Tag benötigen.
Wenn ein Neubau beispielsweise an die Wasserversorgung angeschlossen wird, verlegen wir die Rohre von der Hauptleitung bis zum Haus. Dabei arbeiten wir mit einer Tiefbaufirma zusammen, die den Boden für uns öffnet und später auch wieder verschließt, sodass wir uns nur auf die Verlegung der Rohre und die Anschlüsse konzentrieren können. Genauso arbeiten wir auch, wenn Teilbereiche modernisiert oder erneuert werden müssen. Falls es irgendwo zu akuten Problemen kommt, wie beispielsweise einem Gasleck, unterbrechen wir unsere Tagesplanung und kümmern uns sofort um die Reparatur. Um ein Gasleck genau zu lokalisieren, benutzen wir spezielle Messgeräte. Mir macht der Beruf sehr viel Spaß, weil er so abwechslungsreich ist und ich auch einfach gerne im Freien arbeite.