Mir gefällt an meinem Beruf, dass ich wirklich etwas bewirken und gerade Kindern, die besondere Unterstützung brauchen, helfen kann.
Ich wollte gerne mit Kindern arbeiten, weshalb ich mein Fachabitur im Bereich Gesundheit und Soziales gemacht habe. Danach habe ich mich gleich für die Ausbildung zur Erzieherin entschieden und meine Pflichtpraktika teilweise in einer Kita und teilweise in der Kinder- und Jugendhilfe absolviert. Dabei habe ich festgestellt, dass mir die Arbeit mit älteren Kindern und Jugendlichen noch mehr Spaß macht als die mit den ganz Kleinen. Die Gute Hand wurde mir von einer Berufsschullehrerin empfohlen, allerdings hatte ich schon vorher davon gehört und die Stiftung ohnehin bereits in die engere Wahl gezogen.
Hier arbeite ich jetzt in einer Fünf-Tage-Wohngruppe im Heilpädagogischen Kinderdorf Biesfeld. Die Kinder sind in der Woche bei uns, verbringen die Wochenenden aber bei ihren Familien. Sie sind zwischen acht und sechzehn Jahre alt, und unser Ziel ist es, sie wieder dauerhaft zu ihren Familien zurückzuführen.
Die Gründe, warum wir diese Kinder und Jugendlichen aufnehmen, können sehr unterschiedlich sein. Manchmal sind die Eltern überfordert, haben psychische Erkrankungen oder die Kinder werden vernachlässigt. Unsere Aufgabe ist es, eine Struktur in den Alltag unserer Schützlinge zu bringen und für sie und ihre Probleme da zu sein.
Wir schauen, dass sie alles für die Schule einpacken und unterstützen sie bei den Hausaufgaben. Die Kinder helfen bei alltäglichen Aufgaben wie Tischdecken oder dem Einräumen der Spülmaschine und manchmal, wenn sie Lust dazu haben, kochen wir gemeinsam. Natürlich kommt auch die Freizeit nicht zu kurz: Sie gehen Hobbys nach, machen Sport oder treffen sich mit Freunden. Uns geht es unter anderem um Entwicklungsförderung, Beziehungsgestaltung und Förderung der Selbstständigkeit.
Wir werden hier von einer Heilpädagogin bei der Arbeit unterstützt und die Kinder können auch die tiergestützte Therapie des Reittherapeutischen Zentrums Meierhof auf dem Gelände nutzen. Mir gefällt die Ausbildung sehr gut. Zum einen bietet das Kinderdorf wirklich einen geschützten Raum für die Kinder und Jugendlichen, und ich freue mich immer sehr, wenn ein Kind Vertrauen fasst und sich langsam öffnet. Und auch wenn wir es manchmal mit tragischen Schicksalen zu tun haben, ist es wunderschön zu beobachten, dass die Kinder hier trotzdem Spaß und unbeschwerte Momente erleben.